Backgammon
| Backgammon | |
|---|---|
Backgammon – klassisches Brettspiel für zwei Personen | |
| Daten zum Spiel | |
| Autor | traditionelles Spiel |
| Verlag | verschiedene Verlage |
| Erscheinungsjahr | Ursprung nicht genau bekannt |
| Art | Brettspiel |
| Mitspieler | 2 |
| Dauer | ca. 30 bis 60 Minuten |
| Alter | je nach Ausgabe |
Backgammon
Allgemein
Backgammon ist ein traditionelles Brettspiel für zwei Personen. Es gehört zu den ältesten bis heute gespielten Brettspielen und verbindet Würfelglück mit strategischen Entscheidungen.
Jeder Spieler besitzt 15 Spielsteine, die über ein Brett mit 24 dreieckigen Feldern bewegt werden.
Die beiden Spieler ziehen ihre Steine in entgegengesetzte Richtungen. Dabei versuchen sie, gegnerische Steine zu schlagen und eigene Steine vor dem Gegner zu schützen.
Ziel ist es, alle eigenen Steine zuerst in das Heimfeld zu bringen und anschließend vollständig vom Spielbrett abzutragen.
Backgammon wird sowohl privat als auch bei internationalen Turnieren gespielt.
Spielinhalt
Spielmaterial
Für eine klassische Partie Backgammon werden folgende Materialien benötigt:
- 1 Backgammon-Spielbrett mit 24 Spitzen
- 15 helle Spielsteine
- 15 dunkle Spielsteine
- 2 sechsseitige Würfel pro Spieler bei vielen Spielausgaben
- 1 Verdopplungswürfel
- 1 Spielanleitung
Bei einer normalen Partie kann auch mit einem gemeinsamen Paar Würfel gespielt werden.
Der Verdopplungswürfel ist für die Grundregeln nicht zwingend notwendig. Er wird insbesondere bei Spielen über mehrere Partien und bei Turnieren verwendet.
Aufbau des Spielbretts
Das Backgammon-Brett besitzt insgesamt 24 schmale, dreieckige Felder.
Diese werden als Spitzen oder Punkte bezeichnet.
Die Spitzen sind in vier Gruppen mit jeweils sechs Feldern aufgeteilt.
Zwischen den beiden Bretthälften verläuft ein Mittelsteg. Dieser heißt Bar.
Jeder Spieler besitzt ein eigenes Heimfeld mit sechs Spitzen.
Die beiden Spieler bewegen ihre Steine in entgegengesetzten Richtungen über das Brett.
Spielvorbereitung
Jeder Spieler erhält 15 Steine seiner Farbe.
Für die klassische Startaufstellung werden die Steine folgendermaßen platziert, wobei die Punkte aus Sicht des jeweiligen Spielers gezählt werden:
- 2 Steine auf Punkt 24
- 5 Steine auf Punkt 13
- 3 Steine auf Punkt 8
- 5 Steine auf Punkt 6
Der Gegenspieler stellt seine Steine spiegelbildlich auf.
Die eigenen Punkte 1 bis 6 bilden das Heimfeld.
Das Ziel besteht darin, sämtliche Steine in dieses Heimfeld zu bewegen und anschließend abzutragen.
Startspieler bestimmen
Zu Beginn würfelt jeder Spieler mit einem Würfel.
Der Spieler mit der höheren Zahl beginnt.
Die beiden gewürfelten Zahlen bilden bereits den ersten Spielzug.
Würfeln beide Spieler dieselbe Zahl, wird erneut gewürfelt.
Danach verwenden die Spieler für ihre weiteren Züge jeweils zwei Würfel.
Spielablauf
Die Spieler würfeln abwechselnd und bewegen ihre Steine entsprechend den gewürfelten Augenzahlen.
Dabei gelten folgende Regeln:
- Jeder Würfel zählt als eigener Zug.
- Die beiden Zahlen dürfen auf unterschiedliche Steine verteilt werden.
- Ein Stein darf beide Würfelzahlen nacheinander nutzen.
- Die Steine dürfen nur in ihrer vorgegebenen Richtung bewegt werden.
- Ein Zug darf nur auf einem erlaubten Feld enden.
Ein Feld ist erlaubt, wenn es leer ist, eigene Steine darauf stehen oder genau ein gegnerischer Stein darauf steht.
Ein Feld mit mindestens zwei gegnerischen Steinen ist blockiert.
Zwei unterschiedliche Würfelzahlen
Würfelt ein Spieler beispielsweise eine 3 und eine 5, darf er einen Stein drei und einen anderen fünf Felder bewegen.
Alternativ kann ein einzelner Stein zuerst drei und anschließend fünf Felder ziehen.
Dabei muss auch das Zwischenfeld, auf dem der erste Teilzug endet, erlaubt sein.
Die beiden Würfelzahlen dürfen nicht einfach zu einer einzigen Zahl addiert werden, um ein blockiertes Zwischenfeld zu überspringen.
Wenn beide Würfelzahlen gespielt werden können, müssen sie verwendet werden.
Ist nur eine der beiden Zahlen spielbar, muss diese verwendet werden.
Kann der Spieler zwar beide Zahlen einzeln verwenden, aber nicht beide innerhalb desselben Spielzuges, muss er die höhere Zahl spielen.
Pasch
Zeigen beide Würfel dieselbe Zahl, liegt ein Pasch vor.
In diesem Fall darf die gewürfelte Zahl viermal statt zweimal gezogen werden.
Bei einer 4 und einer 4 stehen dem Spieler also vier einzelne Bewegungen um jeweils vier Felder zur Verfügung.
Diese Bewegungen dürfen auf mehrere Steine verteilt werden.
Auch hier müssen die einzelnen Züge regelgerecht ausgeführt werden.
Geschützte und blockierte Felder
Auf einem Feld dürfen beliebig viele eigene Steine stehen.
Besitzt ein Spieler mindestens zwei Steine auf demselben Punkt, kann der Gegner dort keinen Stein abstellen.
Solche Felder sind für den Gegenspieler blockiert.
Eine Reihe mehrerer besetzter Punkte kann den Gegner stark einschränken.
Diese Form der Blockade gehört zu den wichtigen strategischen Elementen des Spiels.
Gegnerische Steine schlagen
Steht auf einem Feld genau ein gegnerischer Stein, darf dieser geschlagen werden.
Dazu muss ein eigener Stein mit einem erlaubten Zug genau auf diesem Feld landen.
Der geschlagene Stein wird auf den Mittelsteg des Spielbretts gelegt.
Dieser Bereich wird Bar genannt.
Ein einzelner ungeschützter Stein wird auch als Blot bezeichnet.
Geschlagene Steine wieder einsetzen
Hat ein Spieler einen oder mehrere Steine auf der Bar, muss er diese zuerst wieder ins Spiel bringen.
Solange ein eigener Stein auf der Bar liegt, dürfen keine anderen Steine bewegt werden.
Die geschlagenen Steine werden über das Heimfeld des Gegners wieder eingesetzt.
Dafür gelten die normalen Würfelzahlen und die Regeln für erlaubte Felder.
Ein Feld mit mindestens zwei gegnerischen Steinen bleibt auch beim Wiedereinsetzen blockiert.
Kann ein Spieler keinen Stein von der Bar einsetzen, verfällt sein Zug ganz oder teilweise.
Erst wenn alle eigenen Steine von der Bar zurückgekehrt sind, darf er seine übrigen Steine wieder bewegen.
Steine ins Heimfeld bringen
Die Spieler versuchen, alle 15 eigenen Steine in ihr jeweiliges Heimfeld zu bewegen.
Dieses besteht aus den letzten sechs Punkten der eigenen Zugrichtung.
Erst wenn sich sämtliche eigenen Steine im Heimfeld befinden, darf mit dem Abtragen begonnen werden.
Befindet sich noch ein eigener Stein außerhalb des Heimfeldes oder auf der Bar, ist das Abtragen nicht erlaubt.
Steine abtragen
Beim Abtragen werden die eigenen Steine nach und nach vom Spielbrett entfernt.
Die gewürfelte Zahl bestimmt, von welchem Punkt ein Stein abgetragen werden kann.
Würfelt ein Spieler beispielsweise eine 4, darf er einen Stein von Punkt 4 entfernen.
Befindet sich auf dem entsprechenden Punkt kein Stein, gelten besondere Regeln:
- Steine auf höheren Punkten müssen zunächst regelgerecht bewegt werden.
- Befinden sich auf höheren Punkten keine Steine mehr, darf ein Stein vom höchsten noch besetzten niedrigeren Punkt abgetragen werden.
Ein Spieler darf auch innerhalb seines Heimfeldes ziehen, statt einen Stein abzutragen, sofern der Zug erlaubt ist.
Wird während des Abtragens ein eigener Stein geschlagen, muss dieser zuerst wieder eingesetzt und ins Heimfeld gebracht werden.
Erst danach darf weiter abgetragen werden.
Spielende
Die Partie endet, sobald ein Spieler alle 15 eigenen Steine vom Brett entfernt hat.
Dieser Spieler gewinnt.
Bei Spielen über mehrere Partien können zusätzliche Punkte für bestimmte Gewinnarten vergeben werden.
Punktewertung und Verdopplungswürfel
Backgammon kann als einzelne Partie oder als Wettkampf über mehrere Partien gespielt werden.
Bei einer einfachen Partie genügt es, den Gewinner festzustellen.
Bei einer festgelegten Gesamtpunktzahl kommen die besondere Punktewertung und der Verdopplungswürfel hinzu.
Einfacher Sieg
Hat der Verlierer bereits mindestens einen eigenen Stein abgetragen, handelt es sich normalerweise um einen einfachen Sieg.
Dieser zählt einen Punkt, sofern der Spielwert nicht durch den Verdopplungswürfel erhöht wurde.
Gammon
Ein Gammon entsteht, wenn der Gewinner alle eigenen Steine abgetragen hat, während sein Gegner noch keinen einzigen Stein entfernen konnte.
Ein Gammon zählt den doppelten Spielwert.
Ohne vorherige Verdopplung sind das zwei Punkte.
Backgammon
Ein Backgammon entsteht, wenn der Verlierer noch keinen Stein abgetragen hat und zusätzlich mindestens ein eigener Stein auf der Bar oder im Heimfeld des Gewinners steht.
Ein Backgammon zählt den dreifachen Spielwert.
Ohne Verdopplung sind das drei Punkte.
Verdopplungswürfel
Der Verdopplungswürfel zeigt die Zahlen 2, 4, 8, 16, 32 und 64.
Mit ihm kann der Wert einer laufenden Partie erhöht werden.
Ein Spieler darf vor seinem eigenen Würfelwurf eine Verdopplung anbieten, sofern er dazu berechtigt ist.
Der Gegner hat zwei Möglichkeiten:
- Er lehnt ab und verliert die Partie zum bisherigen Spielwert.
- Er nimmt an und spielt mit dem verdoppelten Wert weiter.
Nach einer angenommenen Verdopplung besitzt der annehmende Spieler den Verdopplungswürfel.
Nur dieser Spieler darf die nächste Verdopplung anbieten.
Die Verdopplungsregel kann bei einer privaten Partie weggelassen werden.
Spielvarianten und Versionen
Backgammon ist in zahlreichen Ländern verbreitet. Im Laufe der Geschichte sind verschiedene Regelvarianten entstanden.
Einige davon verwenden dasselbe Spielbrett, verändern jedoch die Startaufstellung, die Zugregeln oder die Siegbedingungen.
Backgammon von Ravensburger
Im Wiki gibt es einen eigenen Artikel zu einer Ravensburger-Ausgabe:
Diese Ausgabe wurde 1974 veröffentlicht.
Sie enthält ein Backgammon-Spielbrett, Spielsteine und die benötigten Würfel.
Die grundlegenden Spielregeln entsprechen dem bekannten Backgammon-Prinzip.
Backgammon Tric Trac Puff
Ravensburger veröffentlichte außerdem die Spielesammlung Backgammon Tric Trac Puff.
Sie enthält neben dem klassischen Backgammon zusätzliche Varianten, die auf demselben Brett gespielt werden.
Tric Trac
Bei der beschriebenen Ravensburger-Variante werden Punkte gesammelt und auf einem gesonderten Zählbereich festgehalten.
Gewonnen hat, wer die vereinbarte Punktzahl erreicht.
Puff
Bei Puff beginnen die Steine nicht in der klassischen Backgammon-Startaufstellung.
Stattdessen werden sie zunächst mit den Würfeln auf das Brett gebracht.
Das Spiel verwendet weiterhin wichtige Grundmechaniken wie das Schlagen und Blockieren von Steinen.
Die Unterschiede zwischen den Varianten werden in einer deutschsprachigen Spielbeschreibung erläutert:
Weitere Backgammon-Varianten
Neben den bekannten Grundregeln gibt es verschiedene regionale Varianten.
Dazu gehören beispielsweise:
- Nackgammon
- Hypergammon
- Acey-Deucey
- Langgammon
- Plakoto
- Fevga
Einige Varianten verwenden eine veränderte Startaufstellung. Andere besitzen eigene Zug- oder Schlagregeln.
Deshalb sollten diese Varianten nicht ohne Weiteres mit dem klassischen Regelwerk gleichgesetzt werden.
Backgammon in Spielesammlungen
Backgammon ist auch Bestandteil verschiedener klassischer Spielesammlungen.
Im Wiki gibt es unter anderem folgende Artikel:
- Spiele-Sammlung für die ganze Familie – Eine Sammlung von Noris Spiele mit verschiedenen Brettspielen, darunter Backgammon.
- Das große Spiele-Magazin – Eine Spielesammlung mit unterschiedlichen klassischen Brettspielen.
Solche Sammlungen enthalten häufig mehrere Spielpläne oder doppelseitig bedruckte Spielbretter.
Die Regeln richten sich nach der jeweiligen Ausgabe.
Spielregeln und Downloads
Eine ausführliche deutschsprachige Erklärung der Backgammon-Regeln beschreibt die Startaufstellung, das Ziehen der Steine, die Verwendung der Würfel und das Abtragen im Heimfeld.
Dort werden außerdem die Besonderheiten des Schlagens und des Wiedereinsetzens von Steinen erklärt.
Eine separate Download-Seite bietet die deutschsprachige Anleitung als PDF an:
Für weiterführende Fragen zu den klassischen Spielregeln bietet die U.S. Backgammon Federation eine ausführliche englischsprachige Einführung.
Die internationale Turnierpraxis umfasst zusätzliche Vorschriften zum Würfeln, zum Verdopplungswürfel und zur Durchführung von Matches.
Vergleichbare Spiele
Backgammon verbindet das Bewegen von Spielsteinen mit Würfelglück und strategischen Entscheidungen.
Andere klassische Brettspiele setzen stärker auf reine Strategie oder verwenden andere Arten von Spielfeldern.
- Dame – Ein Strategiespiel für zwei Personen, bei dem gegnerische Steine geschlagen werden.
- Schach – Ein Strategiespiel mit unterschiedlichen Figuren und eigenen Bewegungsregeln.
Beide Spiele unterscheiden sich vom Backgammon, weil die Züge nicht durch Würfel bestimmt werden.
Geschichte und weitere Informationen
Backgammon gehört zu einer langen Tradition von Brettspielen, bei denen Steine auf einem Spielbrett bewegt werden.
Verwandte Spiele waren bereits im Altertum verbreitet.
Das heutige Backgammon entwickelte sich über viele Jahrhunderte aus verschiedenen älteren Spielvarianten.
Zu den historischen Verwandten gehören das römische Tabula und andere Laufspiele aus dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten.
Im Laufe der Zeit entstanden verschiedene regionale Formen des Spiels.
Heute wird Backgammon weltweit gespielt und besitzt eine eigene internationale Turnierszene.
Backgammon am Computer
Neben dem klassischen Brettspiel gibt es zahlreiche digitale Backgammon-Versionen.
Eine bekannte freie Software ist GNU Backgammon.
Das Programm ermöglicht Partien gegen einen Computergegner und die Analyse gespielter Züge.
Dazu gehören Bewertungen von Zugentscheidungen und der Einsatz des Verdopplungswürfels.
Weitere Bilder
- Backgammon
-
Backgammon-Spielbrett
-
Schachtel des Spiels