Mensch ärgere Dich nicht

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Mensch ärgere Dich nicht
Mensch ärgere Dich nicht – klassisches Würfel- und Brettspiel
Mensch ärgere Dich nicht – klassisches Würfel- und Brettspiel
Daten zum Spiel
Autor Josef Friedrich Schmidt
Verlag Schmidt Spiele
Erscheinungsjahr 1910
Art Brettspiel
Mitspieler 2 bis 6 (je nach Spielbrett)
Dauer ca. 30 bis 45 Minuten
Alter ab 6 Jahren (aktuelle Standardausgabe)

Mensch ärgere Dich nicht

Allgemein

Mensch ärgere Dich nicht ist ein klassisches Würfel- und Brettspiel von Josef Friedrich Schmidt, das erstmals 1910 erschien. Das Spiel wird von Schmidt Spiele vertrieben und gehört zu den bekanntesten deutschen Gesellschaftsspielen.

Die Spieler versuchen, ihre vier Spielfiguren über eine gemeinsame Laufbahn in den eigenen Zielbereich zu bringen. Dabei können sie gegnerische Figuren schlagen und zurück auf deren Ausgangsfelder schicken.

Gewonnen hat, wer zuerst alle vier eigenen Figuren ins Ziel gebracht hat.

Das Spiel wird auf unterschiedlichen Spielbrettern für zwei bis vier oder bis zu sechs Personen angeboten.

Spielinhalt

Spielmaterial

Für das klassische Spiel werden benötigt:

  • 1 Spielbrett
  • 1 sechsseitiger Würfel
  • 4 Spielfiguren pro Spieler
  • 1 Spielanleitung

Bei der Ausgabe für vier Personen werden insgesamt 16 Spielfiguren verwendet. Bei der Variante für sechs Personen stehen bis zu 24 Figuren zur Verfügung.

Das Spielbrett enthält eine gemeinsame Laufbahn, farbige Startbereiche und für jede Farbe vier Zielfelder.

Spielvorbereitung

Jeder Spieler wählt eine Farbe und erhält vier passende Spielfiguren.

Eine Figur wird auf das Startfeld A der eigenen Farbe gestellt. Die übrigen drei Figuren kommen auf die gleichfarbigen Ausgangsfelder B.

Anschließend wird die Reihenfolge bestimmt. In der klassischen Anleitung beginnt der Spieler, der beim Auswürfeln die höchste Zahl erzielt.

Danach wird im Uhrzeigersinn gespielt.

Spielablauf

Wer an der Reihe ist, würfelt einmal und bewegt eine eigene Figur um die gewürfelte Augenzahl vorwärts.

Dabei gelten folgende Regeln:

  • Die Figuren bewegen sich in der vorgegebenen Richtung über die Laufbahn.
  • Eigene und gegnerische Figuren dürfen übersprungen werden.
  • Übersprungene Felder werden mitgezählt.
  • Auf einem Feld darf normalerweise nur eine Figur stehen.
  • Auf einem Feld mit einer eigenen Figur darf keine weitere eigene Figur landen.
  • Steht auf dem Zielfeld des Zuges eine gegnerische Figur, darf diese geschlagen werden.
  • Es besteht in der klassischen Grundregel kein Schlagzwang.

Hat ein Spieler mehrere Figuren auf der Laufbahn, darf er selbst entscheiden, welche davon bewegt wird, sofern der Zug erlaubt ist.

Bedeutung der Sechs

Die Würfelzahl Sechs besitzt besondere Bedeutung.

Solange sich noch eigene Figuren auf den Ausgangsfeldern B befinden, muss bei einer Sechs normalerweise eine neue Figur auf das eigene Startfeld A gesetzt werden.

Steht dort eine eigene Figur, muss diese zuerst sechs Felder weitergezogen werden, damit das Startfeld frei wird.

Steht eine gegnerische Figur auf dem eigenen Startfeld, wird diese beim Einsetzen der neuen Figur geschlagen.

Sind keine Figuren mehr auf den Ausgangsfeldern, darf der Spieler mit einer eigenen Figur sechs Felder weiterziehen.

Nach einem Zug mit einer Sechs erhält der Spieler einen weiteren Wurf. Würfelt er erneut eine Sechs, darf er nach dem entsprechenden Zug wieder würfeln.

Bringt ein Spieler mit einer Sechs seine letzte Figur ins Ziel, ist kein weiterer Wurf nötig.

Figuren schlagen

Landet eine Figur genau auf einem Feld mit einer gegnerischen Figur, wird diese geschlagen.

Die geschlagene Figur muss zurück auf eines ihrer farbigen Ausgangsfelder B.

Von dort darf sie erst nach einer weiteren Sechs wieder auf das Startfeld gesetzt werden.

Ein Spieler darf seine eigenen Figuren nicht schlagen.

In den klassischen Grundregeln besteht kein Schlagzwang. Ein Spieler muss also nicht zwingend eine gegnerische Figur schlagen, wenn auch ein anderer erlaubter Zug möglich ist.

Startfeld freihalten

Solange sich noch Figuren auf den eigenen Ausgangsfeldern befinden, darf eine Figur nicht unnötig auf dem Startfeld A stehen bleiben.

Kann die Figur das Startfeld bei einem erlaubten Zug verlassen, muss sie es freimachen.

Dadurch können später weitere Figuren ins Spiel gebracht werden.

Zielfelder erreichen

Nachdem eine Figur die Laufbahn einmal vollständig zurückgelegt hat, kann sie in die Zielfelder ihrer Farbe einziehen.

Die vier Zielfelder sind häufig mit a, b, c und d gekennzeichnet.

Die Zielfelder werden einzeln gezählt. Eine Figur kann deshalb auch zunächst auf einem vorderen Zielfeld stehen und später weiter in Richtung des letzten Zielfeldes bewegt werden.

Eigene Figuren dürfen nach den klassischen Grundregeln auch innerhalb des Zielbereichs übersprungen werden.

Fremde Zielfelder dürfen nicht betreten werden.

Für einen erlaubten Zug müssen genügend freie Felder vorhanden sein. Eine Figur darf nicht über das Ende des eigenen Zielbereichs hinausziehen.

Spielende

Das Spiel endet für einen Spieler, sobald alle vier eigenen Spielfiguren auf seinen Zielfeldern stehen.

Dieser Spieler gewinnt.

Die übrigen Mitspieler können anschließend weiterspielen, um die weiteren Platzierungen zu ermitteln.

Spielvarianten und Sonderregeln

Mensch ärgere Dich nicht wird häufig mit zusätzlichen Regeln gespielt. Einige davon werden auch in den offiziellen Spielanleitungen als Varianten beschrieben.

Diese Regeln sollten vor Spielbeginn gemeinsam vereinbart werden.

Dreimal würfeln

Bei dieser Spielvariante darf ein Spieler bis zu dreimal würfeln, wenn er keine Figur auf der Laufbahn hat, mit der er einen erlaubten Zug ausführen kann.

Dadurch steigt die Chance, wieder eine Sechs zu würfeln und eine neue Figur ins Spiel zu bringen.

Die genaue Anwendung dieser Sonderregel ist in der Anleitung der jeweiligen Ausgabe beschrieben.

Schlagzwang

Bei der Variante mit Schlagzwang muss ein Spieler eine gegnerische Figur schlagen, wenn ihm dies mit dem gewürfelten Ergebnis möglich ist.

Unterlässt er einen möglichen Schlag, kann die betreffende eigene Figur als Strafe auf die Ausgangsfelder zurückgesetzt werden.

Diese Regel ist keine allgemeine Pflichtregel des klassischen Grundspiels.

Rückwärtsschlagen

In einer weiteren Variante dürfen Figuren ausnahmsweise rückwärts ziehen, wenn dadurch eine gegnerische Figur geschlagen werden kann.

Dabei dürfen sie nicht über das eigene Startfeld A hinwegziehen.

Barrieren

Eine optionale Sonderregel erlaubt, dass zwei Figuren derselben Farbe gemeinsam auf einem Feld stehen.

Diese bilden eine Barriere.

Andere Figuren dürfen eine solche Barriere weder überspringen noch schlagen. Sie blockiert auch die eigenen Figuren.

Spielen mit zwei oder drei Personen

Eine offizielle Spielvariante sieht vor, auch bei weniger als vier Spielern alle Farben des vierfarbigen Spielbretts einzusetzen.

Bei zwei Personen kann jeder Spieler zwei gegenüberliegende Farben übernehmen.

Bei drei Personen kann die vierte Farbe neutral gespielt werden.

Für diese Varianten gelten zusätzliche Regeln zum Bewegen der Figuren und zum Spielende.

Erweiterungen und Versionen

Im Laufe der Jahrzehnte sind zahlreiche Ausgaben und eigenständige Varianten von Mensch ärgere Dich nicht erschienen.

Historische Ausgaben

Das Wiki enthält bereits mehrere Artikel zu älteren Ausgaben des Spiels.

Die älteren Spielbretter und Figuren unterscheiden sich teilweise von neueren Ausgaben.

Das grundlegende Spielprinzip bleibt erhalten.

Mensch ärgere Dich nicht für sechs Spieler

Neben dem klassischen vierfarbigen Spielbrett gibt es auch eine Variante für bis zu sechs Spieler.

Diese verwendet sechs Farben und insgesamt bis zu 24 Spielfiguren.

Ziel bleibt es, die eigenen vier Figuren zuerst in den Zielbereich zu bringen.

Mensch ärgere Dich nicht Kids

Die Kinderversion richtet sich an jüngere Spieler.

Sie verwendet vereinfachte Regeln und kindgerechtes Spielmaterial.

Dadurch kann das grundlegende Ziehen und Schlagen auch mit jüngeren Kindern gespielt werden.

Mensch ärgere Dich nicht als Kartenspiel

Mit Mensch ärgere Dich nicht – Das Kartenspiel gibt es eine eigenständige Kartenspielvariante.

Die Spieler verwenden Zahlenkarten und Würfelkarten, um Reihen aufzubauen und Punkte zu sammeln.

Das Spiel besitzt andere Regeln als das klassische Brettspiel.

Die Kartenspielausgabe wurde von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling entwickelt.

Eine ausführliche Beschreibung mit Spielablauf und Wertung gibt es hier:

Weitere Ausgaben

Zusätzlich sind verschiedene Reise-, Jubiläums- und Sonderausgaben erschienen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Mensch ärgere Dich nicht – Classic Line
  • Mensch ärgere Dich nicht – Jubiläumsausgabe
  • Mensch ärgere Dich nicht – Gold-Edition
  • Mensch ärgere Dich nicht – Deluxe
  • Mensch ärgere Dich nicht – Die Schlümpfe
  • For One – Mensch ärgere Dich nicht

Die Ausgabe For One ist eine eigenständige Variante für eine Person und wurde von Reiner Knizia entwickelt.

Spielregeln und Downloads

Eine deutschsprachige Anleitung zum klassischen Mensch ärgere Dich nicht erklärt das Spielmaterial, die Vorbereitung, den Spielablauf und die Bedeutung der Würfelzahl Sechs.

Außerdem werden das Schlagen gegnerischer Figuren, die Zielfelder und mögliche Hausregeln erläutert.

Eine separate Download-Seite stellt die klassische Spielanleitung zur Verfügung.

Die vollständige Anleitung der Classic Line kann auch direkt als PDF gelesen werden:

Der Hersteller Schmidt Spiele bietet zusätzlich Spielanleitungen für unterschiedliche Ausgaben an:

Vergleichbare Spiele

Mensch ärgere Dich nicht gehört zu den Lauf- und Würfelspielen, bei denen Spielfiguren über eine festgelegte Strecke bewegt werden.

Verwandte Spielprinzipien finden sich bei Pachisi und anderen Laufspielen.

Gelini Pachisi

Gelini Pachisi ist eine Variante des traditionellen Spiels Pachisi von Ravensburger.

Die Spieler versuchen, ihre vier Figuren über eine Laufbahn ins Ziel zu bringen.

Besondere Sternfelder bieten Schutz vor dem Schlagen gegnerischer Figuren.

Die Spielregeln und die Unterschiede zum klassischen Mensch ärgere Dich nicht werden hier beschrieben:

Weitere Laufspiele im Wiki

Weitere Spiele mit Würfeln und unterschiedlichen Spielmechaniken sind in der Kategorie Würfelspiel zu finden.

Eine übergreifende Sammlung von Würfelspielen mit Beschreibungen und Spielregeln steht ebenfalls zur Verfügung:

Weitere Informationen

Mensch ärgere Dich nicht wurde von Josef Friedrich Schmidt entwickelt und erschien erstmals 1910.

Das Spiel gehört zur Familie der traditionellen Laufspiele, deren Ursprünge unter anderem mit dem indischen Pachisi verbunden sind.

Das bekannte Spielprinzip verbindet Würfelglück mit einfachen Entscheidungen darüber, welche Figur bewegt werden soll.

Besonders das Schlagen gegnerischer Figuren sorgt dafür, dass sich der Spielverlauf jederzeit verändern kann.

Mensch ärgere Dich nicht gehört bis heute zu den bekanntesten Brettspielklassikern im deutschsprachigen Raum.

Weitere Bilder

Die folgenden Bilder zeigen unterschiedliche Spielbretter und Ausgaben.

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